Baby

Babyausstattung für 0 – 6 Monate: Gute Sachen, schlechte Sachen

28. März 2016
Stokke Steps Baby Musthave

Das erste Produkt, das wir für unser Baby kauften, war der Kinderwagen. Im Januar 2015, als ich gerade mal in der achten Schwangerschaftswoche war. Verrückt, oder? Während die meisten zumindest die kritischen 12 Wochen abwarten, bis sie überhaupt etwas kaufen, hatten wir’s eilig – denn wir waren so gut wie auf dem Weg nach Schottland. Unserer neuen Heimat. Und da diese leider sehr, sehr teuer ist und unser Wunschkinderwagen (Bugaboo Cameleon in Shiny Chevron) dort gut 300 Euro mehr gekostet hätte, haben wir ihn in Deutschland gekauft und im Umzugswagen nach Edinburgh bringen lassen.
Das war also der Beginn einer langen, aufregenden, schönen, verwirrenden, manchmal nervigen Reise durch die Welten der ersten Babyausstattung und der Baby-Einkaufsgeschäfte. In den folgenden Monaten folgten viele Klamotten, Möbel, Dekoartikel und nützliche Dinge, die in irgendwelchen Listen empfohlen oder auf den Internetseiten diverser Hersteller angeboten werden.
Irgendwann begann ich, Excel-Listen über meine Einkäufe zu führen, um den Überblick zu behalten. Die To-buy-Liste wurde sukzessiv abgearbeitet, das Kinderzimmer gefüllt und unsere Konten geleert. Und auch, wenn wir den Eindruck hatten, uns auf die wichtigsten Dinge zu beschränken, schien der Einkaufsmarathon kein Ende zu nehmen. Es gibt aber auch viel zu viele tolle Sachen…

Unser Baby lebt inmitten dieser Dinge nun seit einem halben Jahr und ich möchte ein Resümee von den genutzten und nicht genutzten Produkten ziehen, um anderen (werdenden) Müttern eine kleine Inspiration und Hilfestellung zu bieten. Hier geht’s aber nicht um die Standardausstattung in der Garderobe eines Babys und zum Beispiel darum, wie viele Bodys oder Socken letztlich genutzt wurden, sondern um Produkte, die den Alltag mit einem Neugeborenen leichter, praktischer und schöner machen sollen. Wo hatten wir also richtig investiert – und wo ganz falsch?

Top-Zeug

Cocoonababy

Lias wollte in den ersten Wochen partout nicht ohne uns schlafen und bis der Osteopath seine Verspannungen gelöst hat auch nicht auf dem Rücken. Das Cocoonababy war unsere Rettung und half uns später auch Lias an sein Beistellbett zu gewöhnen. Da Lias außerdem ein Reflux-Problem hat, verhalf ihm die leicht erhöhte Kopfposition zu einem ruhigeren Schlaf.

Stokke Steps Wippe + Hochstuhl

Diejenigen, die mir schon länger bei Instagram folgen, wissen, dass die Stokke Steps Wippe eine der Hauptrollen in unserem Familienalltag gespielt hat. Lias lag immer so gern drin und schaute mir von dort aus beim Sport oder Haushalt zu. Der Hochstuhl ist die perfekte Ergänzung, denn so konnten wir ihn von Anfang an unseren Tisch setzen und heute sitzt er darin wie ein Großer.

Tragetuch

Lias hatte – wie vermutlich die meisten Babys – sehr viel Nähe und Geborgenheit verlangt und wir haben es alle genossen, ihn in unserem Tragetuch (von CuddleBug) ganz nah an unserem Körper zu haben. Manchmal stundenlang. Und wusstet ihr, dass Babys, die täglich mindestens 3 Stunden getragen am Körper ihrer Eltern getragen werden, später weniger schreien und insgesamt ausgeglichener und zufriedener sind?

Kinderwagen

Lias war von Anfang an ein schwerer Brocken, weshalb der Kinderwagen besonders auf langen Spazierstrecken die ideale Alternative zum Tragetuch war! Und ich erwähne ihn hier explizit, weil ein Kinderwagen schon längst nicht mehr obligatorisch, sondern optional.

Föhn

Lias hatte das Wickeln / Ausziehen anfangs viele Wochen gehasst und boykottiert und als wir herausfanden, dass er beim Föhnen augenblicklich ruhig, relaxed und zufrieden war, besorgten wir einen kleinen Föhn. Und den schmissen wir beim Wickeln immer an und das Geschrei hatte ein Ende. Irgendwann hatte sich Lias ans Wickeln gewöhnt und der Föhn kam nur noch zur Hilfe, wenn wir Lias beruhigen wollten. Ein kleines Wundermittel!

Pezziball

Der Gymnastikball war viele Monate ebenfalls unser kleines Wundermittel, um einen weinenden Lias zu beruhigen oder in den Schlaf zu hüpfen. Besonders wirksam waren übrigens die Bewegungen, die ich schon in der Schwangerschaft auf dem Ding gemacht hatte.

Fußsack für den Maxi Cosi

Maxi Cosi Fußsack

Ideal, wenn man in einer so windigen Gegend wohnt wie wir. Das Baby ist darin wunderbar vor Wind und Kälte geschützt und hat ein gemütliches Nest. Außerdem muss man das Baby dann nicht so dick anziehen und am Ziel angekommen aufwendig wieder ausziehen, damit es nicht schwitzt.

Isofix

Sowohl mein sparsamer Mann als auch ich wissen die recht kostspielige Autositz-Station tagtäglich zu schätzen. Nur mit einem Klick ist der Maxi Cosi perfekt und sicher im Auto befestigt und wieder gelöst und erspart uns ein minutenlanges, lästiges Rumfriemeln. Spätestens wenn es in Strömen regnet, weißt du, dass sich die Investition gelohnt hat.

Angelcare Badesitz

Wer keine Babywanne hat oder gern mit seinem Baby badet, sollte sich unbedingt dieses Teil  (oder ein ähnliches) besorgen. Die Konstruktion schützt vor dem Abrollen und das rutschfeste Obermaterial vor dem Abrutschen. Mit jetzt 7 Monaten liegt Lias immer noch darin, nur, dass man das jetzt noch genauer bewachen muss – denn er hat längst heraus bekommen, wie man da wieder heraus klettert…

Musik-Mobile

Fehn Musik Mobile

Um den dritten Monat herum kaufte ich Lias ein Musik-Mobile von Fehn, nachdem er bei einer Freundin seine Augen von dem ihres Babys kaum abwenden konnte. Wir befestigten es am Laufgitter und von diesem Moment an war Lias für bis zu 30 Minuten voller Faszination, Freude und Ekstase. Da das Laufgitter in unserem Büro direkt neben dem Schreibtisch steht, waren diese „Konzertmomente“ ideal, um schnell einige wichtige Dinge zu erledigen und Lias dabei immer im Auge zu haben. Und auch heute noch ist das Mobile interessant, nur, dass Lias mittlerweile davor sitzt und versucht, die Frösche und Fische zu fangen… 

Jolly Jumper – Türhopser

Ein Türhopser ist vermutlich eines der brisantesten und kontroversesten Themen unter Eltern, denn ja, sie sind mit Vorsicht zu genießen. Einige Orthopäden warnen vor potenziellen Hüftschäden, andere wiederum sagen: „Alles gut, in Maßen genossen können sie sogar für die körperliche Entwicklung förderlich sein“. Wir entschieden uns in Rücksprache mit einem Orthopäden für speziell dieses Modell und haben es bis heute nicht bereut. Unser Lias hatte schon immer einen sehr starken Bewegungsdrang und zeigte schon früh vor allem unheimlich viel Power und Stärke in den Beinen und der Jolly Jumper bedeutet für ihn pures Vergnügen. Wenn er immer nur für wenige Minuten.

Knisterbuch

Ich habe wirklich geglaubt, dass Lias und das Knisterbuch bis ans Ende seiner Tage unzertrennliche Freunde bleiben. Wie verrückt er nach diesem Ding war! Mit Abstand das beste Spielzeug in den ersten 6 Monaten. Und ja, sogar besser, als Sophie die Giraffe.

Windeleimer

Dazu kann ich nur sagen: PRAKTISCH! (wir haben den Sangenic von Tommy Tippee)

Kokosöl

Wir haben gänzlich auf alle Pflegeprodukte verzichtet und bei Bedarf lediglich etwas kalt gepresstes Bio-Kokosöl verwendet (beim Massieren oder auch für rote Stellen in den Hautfalten). Einen wunden Po hatte Lias noch nie.

Flop-Zeug

Angelcare Sensormatte

In der Schwangerschaft war ich mir sicher, kein Auge zumachen zu können, wenn ich nicht sicher sein konnte, dass meinem Kind im Schlaf nichts passieren kann. Also bestellte ich eine Matte, die bei 20 sekündigen Atemaussetzern des Kindes ohrenbetäubenden Alarm schlägt, und… habe sie kaum genutzt. Denn: Sie funktioniert nur in den richtigen Kinderbetten und NICHT in Beistellbetten oder dem Elternbett. Und da Lias erst später in sein Kinderzimmer zog und bis heute nicht immer dort schläft, wurde die Matte nur sporadisch eingesetzt und führte eher immer zu großem Schreck, wenn man den hungrigen Lias mitten in der Nacht aus dem Bett hob und nach 20 Sekunden dieses Ding wie wild anfing zu bimmeln. Unnötig und (für uns) herausgeschmissenes Geld.

Dennoch möchte ich hier auch anmerken, dass dieses Produkt sicher schon viele Babyleben gerettet hat und ich es deshalb nicht negativ bewerten kann. Schließlich hat es auch eine sehr wichtige Funktion und deshalb einen Sinn. Es geht hier nur darum, dass die Anschaffung für uns überflüssig war. 

Babyphone

Man meint, es gehöre in jede Babyerstausstattung. Ich meine: Tut es nicht. Wenn mein Kind wirklich weint oder mich ruft, dann höre ich es auch in der letzten Ecke unserer 200qm Wohnung. Meiner Meinung nach macht ein Babyphon nicht nur die Eltern, sondern auch das Baby unruhig, denn das hat ein wunderbares Gespür für Überwachungen. Besonders nachts führen die (ganz normalen) Geräusche eines Babys lediglich zu einem schlechteren Eltern-Schlaf und das ist das letzte, was wir brauchen. Solch ein Gerät zuhause zu haben ist aber sicher nicht verkehrt, wenn man einen Garten hat und sich draußen befindet, während das Kind schläft, wenn man viele laute Gäste im Haus hat und deshalb die Kinderzimmertür schließen möchte oder wenn man in einem schalldichten Bunker wohnt.

Schnuller-Desinfektionsgerät für unterwegs

Kam mir anfangs so essentiell vor. Nie genutzt.

Pucktücher

Mögen für einige Babys relevant sein, für unser kleines freiheitsliebendes Energiebündel allerdings der blanke Horror. 

Bluetooth-Speaker für’s Kinderzimmer

Meine Vorstellung war, dass ich meinem Baby in seinem Zimmer am Abend beruhigende Entspannungsmusik via Bluetooth-Speaker abspiele und es dabei friedvoll in den Schlaf wiege. Ähm, ja. Nette Vorstellung. Und wie geht das Ding überhaupt an?

So und nun bin ich gespannt, was ihr zu unserer Liste sagt und ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, welche Erfahrungen ihr mit euren Einkäufen in den ersten Monaten gemacht habt. 

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10 Kommentare

  • Reply Stefanie 28. März 2016 at 16:07

    Sehr informativ! Unser Mädel kommt Anfang Juni! Wir haben denselben Maxi Cosi wie ihr und habe eine Frage. Hattet ihr eine Sitzverkleinerung für Neugeborene?
    Liebe Grüße, auch an meine Lieblings-Stadt Edinburgh,

    Stefanie

    • Reply mama moves 29. März 2016 at 13:31

      Ja, die Verkleinerung war schon beim Kauf dabei. Bei euch nicht? Alles Gute für euch! Liebst, Yavi

  • Reply Annika 28. März 2016 at 19:21

    Liebe Yavi!
    Wieder ein toller Artikel den ich verschlungen habe! Ich stimme dir bei den Sachen zu 100% zu. Ich habe inzwischen eine Fünf Wochen alte Tochter und lerne sie jeden Tag besser kennen. Damit merke ich auch was sie mag und was nicht. Ich versuche mich auf Ihre Signale und meinen Mama-Instinkt zu verlassen. Das lese ich bei dir auch immer wieder und es ist schön zu wissen das man damit nicht allein ist. Leider wird mir der Unsicherheit der frisch gebackenen Eltern “gespielt” um diverse Sachen zu verkaufen. Ich habe auch ein ungenutztes Puck Tuch und bin gegen den Rat der Hebamme ein Trageruch Fan. Ich freue mich auf deinen Nächsten Blog Eintrag! Alles liebe Annika

  • Reply Christin (wanderlustini) 28. März 2016 at 19:50

    Oh wie ich mich darüber grade freue!! Ich hab nun noch knapp 6 Wochen (rechnerisch) bis unser kleine Kerl zu uns kommt und bin hemmungslos überfordert im Dschungel der Babyausstattung. Danke Yavi! Das hilft ungemein!! Liebste Grüße :-*

  • Reply Jutta 29. März 2016 at 15:14

    Liebe Yavi!
    Also das Angel Care mit Sensortaste haben wir auch gehabt und ich finde, es ist mit eine der sinnvollsten Anschaffungen. Richtig installiert tut es zuverlässig seinen Dienst und es beruhigt ungemein. Und doch, es funktioniert auch im Beistelltett – hab ich mir von mehreren Müttern sagen lassen, unser Sohn hat vom ersten Tag an im eigenen Bettchen geschlafen, von daher kann ich selbst zu diesem Punkt nix sagen.
    Ein Flop-Teil war für mich die Manduca-Trage. Unser Sohn mochte das tragen einfach nicht, er hat leider im Wagen gelegen. Ich habe die Manduca quasi ungenutzt wieder verkauft.
    Aber so macht sicherlich jede Mutter, jedes Elternpaar andere Erfahrungen, was Top und was Flop ist.
    Herzliche Grüße
    Ju

  • Reply Julia 31. März 2016 at 19:58

    Toller Beitrag und in vielen Punkten Stimme ich dir zu.
    Die Angelcare Matte funktioniert bei uns auch im Beistellbett und lässt mich ruhiger schlafen hat aber auch ein Hintergrund.
    Die Stokke Babywiege hat unsere kleine gehasst bzw. jegliche Art von Wiege. Daher würde ich sowas mit Baby im Laden erst testen.
    Kokosöl kann ich auch nur empfehlen benutzen seit 7 Monaten nichts anderes.
    Ansonsten braucht ein Baby wirklich nicht viel.

  • Reply Christina 3. April 2016 at 9:18

    Wahnsinn, wie unterschiedlich die Meinungen so sind zu bestimmten Dingen. Für uns ist ein Babyphone beispielsweise unerlässlich, da wir einen Kater haben und nachts die Türen geschlossen halten. Ärgert mich allerdings auch…
    Einen Badewannensitz besitzen wir auch und wir lieben ihn, es gibt wirklich nichts besseres 🙂
    Zum Jollyjumper habe ich eine Frage, Emil ist ja jetzt 7 Monate alt und hat einen riesigen Bewegungsdrang ist aber noch weit vom krabbeln entfernt, meinst du es würde sich noch lohnen einen Türhopser zu besorgen? Ist Lias da nun immer noch viel drin?
    Liebe Grüße, Christina 🙂

  • Reply Daria 4. April 2016 at 15:04

    Hallo! Benutzt ihr noch die Wippe? Oder seit dem der Lias sitzen kann, benötigt man die nicht mehr? Mein Sohn ist 5 Monate alt und ich überlege mir die Wippe zu kaufen.

    • Reply mama moves 4. April 2016 at 16:23

      Nein, wir benutzen sie nicht mehr… Lias sitzt seit 2 Monaten allein und möchte sich bewegen. Liebe Grüße, Yavi

  • Reply Natascha 4. August 2017 at 9:01

    Hi!
    Ich bin aktuell im 8. Monat Schwanger und bin wir sind gerade auf der Suche nach einem passenden Kinderwagen und zudem einem Tragetuch.
    Zur Zeit bin ich eigentlich der Meinung, dass ein Tragetuch alleine vielleicht sogar ausreicht? Was hältst du davon oder wird das auf Dauer zu anstrengend.
    Mein Freund (Papa) denkt, dass wir uns mit dem Tragen abwechseln können und es ist eben gut für das Baby wenn es immer Geborgenheit verspürt.
    Oder in welchen Situationen konntest du auf einen Kinderwagen nicht verzichten?

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